Zusammenhang zwischen ausgewählten koordinativen Fähigkeiten und Ergebnissen des Physical Fitness Tests (PFT) der Bundeswehr

Thorwesten L, Lison A, Raida K, Potthoff T, Fromme A, Hutsteiner H, Völker K

Abstract in digital collection (conference)

Abstract

Einleitung: Koordinative Fähigkeiten bilden als eine der Hauptbeanspruchungsformen eine wesentliche Grundlage soldatischer Fertigkeiten und sind daher bei der Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit heranzuziehen. Gegenstand der vorliegenden Untersuchung ist dieFrage, inwieweit der Physical Fitness Test (PFT) der Bundeswehr in der derzeitigen Form grundlegende koordinative Fähigkeiten abbildet. Darüber hinaus wird der Einfluss anthropometrischer Komponenten auf die verschiedenen Parameter untersucht. Material & Methode: An der Studie nahmen 1008 Soldaten teil, insgesamt konnten 905 Datensätze vollständig ausgewertet werden. Das Kollektiv bestand aus 826 Männern und 79 Frauen. Das Durchschnittsalter der Testteilnehmer lag bei 27,1 Jahren (±4,3), bei einer Größe von 179,9 cm(±7,5) und einem Gewicht von 80,3 kg (±11,8) bei einem BMI von 24,7 kg/m2 (±2,8). Neben dem PFT-Test, bestehend aus Pendellauf, Situps, Standweitsprung, Liegestütz und 12-Minutenlauf, wurden eine posturografische Messung auf einer Kraftmessplatte sowie ein monopedaler Hüpfparcours über schiefe Ebenen und ein Pointing-Testverfahren durchgeführt. Mittels der explorativen Faktorenanalyse unter Nutzung der Varimax Rotationsmethode wurde eine Hauptkomponentenanalyse unter Berücksichtigung von Ladungen >0,3 durchgeführt. Sie dient der Reduktion von untereinander korrelierenden Variablen der verschiedenen Testergebnisse aufwenige unabhängige Faktoren. Ergebnisse: Die Korrelationsberechnungen zwischen den Testitems des PFT und den koordinativen Testverfahren ergeben insgesamt nur geringe Zusammenhänge. Insbesondere die Faktorenanalyse zeigt die Ladung aller PFT-Items auf einen Faktor und die Ladung der koordinativen Testdaten auf verschiedene andere Faktoren. Die Einteilungssicherheit der Faktorenanalyse liegt bei 80,7% für die Rohwerte. Gewichts- und größennormiert nimmt diese Einteilungssicherheit zu. Diskussion: Die vorliegenden Ergebnisse verdeutlichen, dass der PFT die koordinativen Fähigkeitenvon Soldaten nicht oder nur unvollständig abbildet, und unterstreichen die Notwendigkeit der Entwicklung spezieller koordinativer Testitems für die komplexe Erfassung soldatischer Fertigkeiten als Grundlage für die Entwicklung spezieller Trainingsformen in den Streitkräften.

Details zur Publikation

Release year: 2009
Language in which the publication is writtenGerman
Link to the full text: https://www.germanjournalsportsmedicine.com/fileadmin/content/archiv2009/heft07_08/abstracts_komplett.pdf