Die Konfirmation in familiengeschichtlichen Gesprächen

Gärtner, Christel; Ruther, Lilo; Hennig, Linda

Forschungsartikel (Buchbeitrag)

Zusammenfassung

Anhand von Familieninterviews mit drei Generationen (Großeltern, Eltern und Kinder) arbeiten wir religionssoziologisch heraus, wie Religion und Werte in den Familien gelebt und weitergegeben werden beziehungsweise, wie sie sich in der Generationenabfolge verändern. Vor dem Hintergrund familiärer, kirchlicher und gesellschaftlicher Veränderungen steht die Bedeutung der Konfirmation für die einzelnen Familienmitglieder im Zentrum der Rekonstruktion. Unser Material lässt erkennen, dass das Zusammenspiel von gesellschaftlichem Wandel, dem Rückgang religiöser Erziehungsmaximen in den Familien sowie der Zunahme zugewandter Eltern-Kind-Beziehungen dazu beitragen, dass die Konfirmation für die dritte Generation ein Übergangsritual darstellt, für oder gegen das sie sich frei entscheiden kann. Wir präsentieren Fälle, in denen sich die dritte Generation gegen die Konfirmation entscheidet. Auf der Grundlage unseres empirischen Materials wollen wir zeigen, dass insbesondere in drei Bereichen Potenziale bestehen, die Gemeinden und Pfarrpersonal sowie kirchliche Vereine, Werke und Verbände, die mit Familien arbeiten, aufgreifen können: in Bezug auf Sinnfragen, lebensgeschichtliche Übergänge und Reflexionskompetenzen. Wir hoffen, dass die Begründungen der Adoleszenten Anknüpfungspunkte für die Reflexionen derjenigen bieten, die in der evangelischen Familienbildung tätig sind.

Details zur Publikation

Buchtitel: Familienreligiosität im Bildungshandeln. Theorie – Empirie – Praxis
Veröffentlichungsjahr: 2022
ISBN: 978-3-8309-4551-2
Veranstaltung: Münster