Können dopingverdächtige Athleten ihre Reputation wiederherstellen?

"Pöppel Katharina, Strauß Bernd, Petroczi Andrea, Blöbaum Bernd"

Abstract in Online-Sammlung (Konferenz) | Peer reviewed

Zusammenfassung

Einleitung Im Jahr 2006 wurde Floyd Landis der Tour de France Sieg wegen Dopings aberkannt. Landis versuchte seine Reputation über Image Repair-Strategien gemäß Theory of Image Repair (Benoit, 1995) wiederherzustellen (Glantz, 2010). Sie umfasst 5 Basisstrategien: u.a. Leugnung, sich der Verantwortung entziehen oder Bitte um Vergebung. Athleten vermitteln diese Strategien auch über soziale Medien (z.B. Twitter) an ihre Rezipienten. Bisher wurde Image Repair im Dopingkontext nicht empirisch untersucht. Im Folgenden werden Ergebnisse eines Reviews zu Image Repair, Sport und sozialen Medien vorgestellt. Methode Die Suche in der wissenschaftliche Datenbank „SCOPUS" fokussierte auf Image Repair und/oder soziale Medien im Sport. Eine zusätzlich Vorwärts- und Rückwärtssuche ergab 14 Artikel, davon bezogen sich 7 Artikel direkt auf Image Repair-Strategien. Sie bilden die Review-Grundlage. Sämtliche Studien sind Fallstudien, hauptsächlich ausgewertet über Inhaltsanalysen. Nur 2 Studien fokussieren auf Image Repair, Doping und soziale Medien. Ergebnisse Die Athleten kombinierten mindestens 4 (Sub-)Strategien, hauptsächlich: Angreifer selbst angreifen (in 6 Fällen), Leugnung (5 Fälle), Anfechten der Anschuldigungen (4 Fälle), aber auch Bitte um Vergebung (5 Fälle). Nur 3 Autoren prüften die Strategien auf Effektivität. Einer von fünf Athleten konnte seine Reputation erfolgreich wiederherstellen: er gab seinen Verstoß direkt zu und bat um Vergebung (Walsh & McAllister-Spooner, 2011). Diskussion Das Fehlen experimenteller Designs verbietet kausale Aussagen, die Interpretation der Ergebnisse muss mit Vorsicht erfolgen. Athleten unternehmen vielfältige Versuche ihre Reputation wiederherzustellen, häufig nicht erfolgreich. Ehrlichkeit und Reue scheinen effektiv zu sein. Da sich die Beziehung zwischen Athleten und Rezipienten durch soziale Medien signifikant verändert hat (Kassing & Sanderson, 2010), sollten vor allem diese Medien gezielt untersucht werden, um den Mangel experimenteller Studien zu beheben. Literatur Benoit, W. L. (1995). Accounts, excuses, apologies: A theory of image restoration strategies. New York: State University of New York Press. Glantz, M. (2010). The Floyd Landis doping scandal: Implications for image repair discourse. Public Relations Review, 36(2), 157-163. Kassing, J. W., & Sanderson, J. (2010). Fan-Athlete Interaction and Twitter Tweeting Through the Giro: A Case Study. International Journal of Sport Communication, 3(1), 113-128. Walsh, J., & McAllister-Spooner, S. M. (2011). Analysis of the image repair discourse in the Michael Phelps controversy. Public Relations Review, 37(2), 157-162.

Details zur Publikation

Herausgeber*innenStoll, O., Lau, A. & Moczall, S.
StatusVeröffentlicht
Veröffentlichungsjahr2013 (09.05.2013)
Sprache, in der die Publikation verfasst istDeutsch
Konferenz45. Jahrestagung der asp "Angewandte Sportpsychologie", Halle/Saale
StichwörterSport; Image Repair; Doping; Soziale Medien

Autor*innen der Universität Münster

Pöppel, Katharina
Institut für Sportwissenschaft
DFG-Graduiertenkolleg - Vertrauen und Kommunikation in einer digitalisierten Welt (GRK 1712)
Strauß, Bernd
Professur für Sportpsychologie (Prof. Strauß)